Mythologie der Welt

Archiv für die Kategorie ‘Taiwanesische Völker’

TAIWANESISCHE PAIWAN: Die zwei Sonnen

2suns

In alter Zeit gab es zwei Sonnen. Ging die eine unter, so ging die andere auf. Da das Aufgehen der einen Sonne und das Untergehen der anderen immer innerhalb eines Tages geschah, gab es keine Nacht. Beständig herrschte heller Tag, und die Menschen litten schwer unter der großen Hitze. Säten sie die Samen auf den Äckern aus, so ging die Saat wegen der Hitze nicht auf. Man war gezwungen, Schutzmatten zu flechten, um die Felder vor den Strahlen der Sonnen zu schützen.

OrnamentalSeparator-green

Der Himmel war damals so niedrig, dass man sich vorsehen musste, um nicht mit der Stampfkeule anzustoßen, wenn man Hirse stampfte. Als einmal ein Mann Hirsebier braute, goss er das dabei benutzte Wasser auf die eine der beiden Sonnen. Sie konnte die Kälte des Wassers nicht vertragen, wurde krank, verlor ihren Glanz und wurde zum Mond, nachdem sie sich abgekühlt hatte. Einmal nahmen die Menschen alle ihre Kräfte zusammen und stemmten den Himmel nach oben, bis er seine jetzige Höhe erreichte. Seitdem lässt es sich leicht unter ihm arbeiten.

Advertisements