Mythologie der Welt

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Es ist lange, lange her. Tombo Mukullu wurde eines Tages klein wie ein Kind. Die Haut war ganz schmutzig. Ein anderes Mal ward Tombo Mukullu eine Frau mit schweren Brüsten. Ein anderes Mal ward er ein eintägiges Kind; aber die Haare wuchsen, wuchsen, wuchsen – sie wuchsen weit vom Kopfe ab.

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Es war einmal sehr, sehr schlecht. Alles Volk hatte nichts zu essen. Man hatte Maniok gesteckt und Erdnüsse, aber es kam kein Regen. Es kam kein Regen. Alles Volk hatte großen Hunger. Das Volk sagte: „Wir wollen zu Tombo Mukullu gehen und um Regen bitten.“

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Alle Leute machten sich mit Speer und Keule auf den Weg zu Tombo Mukullu. Der sah die Menschen kommen und glaubte, sie kämen zum Kriege gegen ihn. Die Leute baten aber und sagten: „Gib uns Regen!“ Er sagte zu ihnen: „Bleibt!“ Dann sprach er zu seiner Frau: „Bereite zwei Schüsseln mit Speise!“ Die Frau tat es: sie machte zwei Schüsseln mit Speise.

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Die Frau brachte die Speise. Es waren nur die beiden Schüsseln. Alles Volk kam heran. Alle lagerten sich. Sie sagten: „Es sind nur zwei Schüsseln!“ Sie aßen. Und aßen und aßen und aßen. Es waren viele Menschen, viele, viele, viele. Da waren nur zwei Schüsseln mit Speise. Die Leute aßen alle, sie aßen sehr viel. Sie wurden miteinander satt, und die beiden Schüsseln waren immer noch ganz voll. Tombo Mukullu ging in die Hütte. Er nahm einen großen Eingeborenenstoff und begann, die Leute zu kleiden. Er gab allen Menschen Kleider. Der Stoff nahm kein Ende. Alle schnitten sich davon ab, und er wurde doch nicht alle. Tombo Mukullu aber sagte: „Ihr sollt auch Gürtelschnur haben!“ Er ging hinein und kam mit einem kleinen Stück Schnur wieder. Alle schnitten von der Schnur ab, alle banden den Hüftschurz fest. Die Schnur nahm kein Ende.

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Tombo Mukullu sagte: „Ihr seid alle meine Kinder! Ich speise euch, ich kleide euch. Ich will euch Regen geben.“ Und er sprach zum Wind: „Lass regnen!“ Und er sprach zu den Leuten: „Lasst ab vom Streit!“ Zuletzt sagte er zu den Menschen: „Es wird noch heute regnen. Geht jetzt!“ Die Leute gingen, und der Regen machte sie alle ganz nass. Aber Tombo Mukullu hatte alle seine Leute eingekleidet.

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Kommentare zu: "KONGOLESISCHE BALUBA: Tombo Mukullu" (2)

  1. Der Erzähler wird die Textilsorte doch nicht selbst ‘Eingeborenenstoff’ genannt haben. Liegt hier vielleicht ein Übersetzungsfehler vor?

    • Das kann ich nicht sagen. Ich halte es aber für durchaus möglich, dass der Erzähler meinte, zur Verdeutlichung indigène sagen zu müssen, was dann auf Deutsch zu dieser Übersetzung geführt hat.

      Diese Version ist dem Buch Die großen Mythen der Menschheit. Götter und Dämonen (S. 414) entnommen. Darin gibt es zwar im Anhang eine ausführliche Bibliographie, ich finde aber keine Angabe, aus welcher Quelle dieser Text stammt.

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